Versteuerung und Abrechnung von Anzahlungen

Bei Anzahlungen entsteht die Steuer bereits im Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts oder Teilentgelts, auch wenn die Leistung noch nicht ausgeführt worden ist. Vor dem 1.1.2007 erhaltene Entgelte oder Teilentgelte sind daher mit 16 % zu versteuern. Bei Ausführung der Leistung nach dem 1.1.2007 muss die Differenz zwischen dem alten und dem neuen Steuersatz in Höhe von 3 % nachberechnet und entrichtet werden. Den Differenzbetrag schuldet der Unternehmer mit Ablauf des Voranmeldungszeit­raums, in dem die Leistung ausgeführt wird.

 

Der Leistungsempfänger kann den Vorsteuerabzug aus den Rechnungen über die Anzahlung vor Ausführung der Leistung geltend machen, sobald er die Rechnung erhalten und die Anzahlung geleistet hat.

 

 

Beispiel: Der Architekt erteilt einem Unternehmer im Dezember 2006 folgende Rechnung über Planungsleistungen:

 

 

Vorschuss für Planungsleistungen 

 

im 1. Quartal 2007                                           5.000 Euro

 

16 % MwSt                                                         800 Euro

 

Summe                                                            5.800 Euro

 

 

Der Leistungsempfänger bezahlt die Rechnung noch im gleichen Monat. Er kann in der Voranmeldung für Dezember 2006 den gezahlten Vorsteuerbetrag in Höhe von 800 Euro geltend machen. Der Architekt schuldet die Umsatzsteuer in Höhe von 800 Euro bei Vereinnahmung im Monat Dezember mit Ablauf des Monats.

 

 

Im Februar 2007 stellt der Architekt dem Unternehmer folgende Schlussrechnung:

 

 

Honorar für erbrachte

 

Planungsleistungen                                           7.000 Euro

 

19 % MwSt                                                      1.330 Euro

 

Summe                                                             8.330 Euro

 

abzüglich Vorschuss       5.000 Euro

 

16 % MwSt                        800 Euro

 

                                       5.800 Euro            ./. 5.800 Euro

 

Restzahlung                                                     2.530 Euro

 

 

Der Architekt schuldet mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums Februar 2007 die Umsatzsteuer in Höhe von 530 Euro. Der Leistungsempfänger kann in der Umsatzsteuer-Voranmeldung für Februar 2007 den Vorsteuerrestbetrag in Höhe von 530 Euro geltend machen.

 

In der Schlussrechnung sind die bei Ausführung der Leistung vereinnahmten Anzahlungen und die da­rauf entfallenden Steuerbeträge abzusetzen, wenn für die Anzahlungen Rechnungen mit gesondertem Umsatzsteuerausweis erteilt worden sind.

 

 

Bitte beachten Sie: Werden die Nettoanzahlung und der darauf entfallende Umsatzsteuerbetrag in der Schlussrechnung nicht abgesetzt, schuldet der Unternehmer den gesamten in der Schlussrechnung ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag.

 

Die Umsatzsteuer, die auf die Anzahlungen entfällt, wird dann doppelt geschuldet. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die "falsche" Schlussrechnung zu berichtigen und darin die fehlende Absetzung nachzuholen.

 

Der unternehmerische Leistungsempfänger kann nur die Umsatzsteuer auf die erbrachte Leistung als Vorsteuer geltend machen. Die vom Leistenden zusätzlich geschuldete Umsatzsteuer aufgrund des zu hohen Steuerausweises kann er nicht als Vorsteuer abziehen.

 

Die Verpflichtung zur Angabe der Anzahlungsrech­nungen und der darin enthaltenen Umsatzsteuerbeträge entfällt nur, wenn die Schlussrechnung in Form einer Restrechnung erteilt wird. Dabei ist die Angabe des Gesamtnettoentgelts und der anschließende Abzug der Nettoanzahlungen nicht zu beanstanden.

 

 

Hinweis: Alternativ besteht auch die Möglichkeit, in den Abschlagsrechnungen für Leistungen, die nach dem 1.1.2007 ausgeführt werden, bereits vor der Änderung der Umsatzsteuer den höheren Umsatzsteuersatz von 19 % auszuweisen.

 

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