Abrechnung über Teilleistungen

Teilleistungen sind wirtschaftlich abgrenzbare Teile einheitlicher Werklieferungen oder -leistungen, für die das Entgelt gesondert vereinbart wird und die statt der Gesamtleistung geschuldet werden.

 

Sowohl der Leistende als auch der Leistungsemp­fänger müssen sich darüber einig sein, dass eine bestimmte Gesamtleistung wirtschaftlich, rechtlich und tatsächlich in Teilleistungen aufgespaltet werden soll. Danach muss dann auch verfahren werden.

 

Liegt bei einer einheitlichen Gesamtleistung (z. B. einer Werklieferung, Werkleistung oder Dauerleis­tung) der Leistungsbeginn vor dem 1.1.2007 und das Leistungsende nach diesem Stichtag, kann sie unter weiteren Voraussetzungen in Teilleistungen aufgeteilt werden. Die Aufteilung bringt für nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte Leistungsem­pfänger einen finanziellen Vorteil, denn Teilleis­tungen, die vor dem 1.1.2007 vollendet und abgenommen werden, sind noch mit dem Steuersatz von 16 % abzurechnen.

 

 

Beispiel: Eine Malerfirma wird beauftragt, in einem Haus mit fünf Wohnungen den Innenanstrich durchzuführen. Die Arbeiten in drei Wohnungen werden im Dezember 2006 vollendet und vom Auftraggeber abgenommen und abgerechnet. Die Arbeiten in den übrigen zwei Wohnungen werden erst im Januar 2007 abgeschlossen.

 

Die im Dezember 2006 ausgeführten Teilleistungen sind mit einem Steuersatz von 16 %, die nach dem 1.1.2007 ausgeführten Teilleistungen mit einem Steuersatz von 19 % zu besteuern.

 

 

Bei Werklieferungen und -leistungen müssen Teilleistungen folgende Voraussetzungen erfüllen:

 

 

•    Es muss sich um einen wirtschaftlich abgrenzbaren Teil der Werklieferung bzw. Werkleistung handeln.

 

•    Die Teilleistung muss vollendet sein bzw. gesondert abgenommen werden.

 

•    Es muss eine gesonderte Vereinbarung über die Entrichtung eines Teilentgelts für die Teilleistung getroffen sein.

 

•    Die Teilleistung muss gesondert abgerechnet werden.

 

 

•    Wirtschaftliche Teilbarkeit: Nach dem Grundsatz der Einheitlichkeit der Leistung kann eine Werklieferung bzw. eine -leistung nicht in Lieferelemente und in sonstige Leistungen aufgeteilt werden. Die wirtschaftliche Teilbarkeit einer Werklieferung bzw. Werkleistung setzt somit voraus, dass die Teilleistung selbst eine Werklieferung bzw. -leistung ist.

 

 

•    Gesonderte Abnahme: Die Annahme von Teilleistungen erfordert die tatsächliche Durchführung der vertraglichen Vereinbarungen, d. h. wenn für die Abnahme Schriftform vereinbart worden ist, so ist auch die Abnahme der Teilleistung gesondert schriftlich festzuhalten. Da­rüber hinaus sind die Rechtsfolgen der Abnahme zu beachten (Beginn der Gewähr­leis­tungsfrist). Eine nur aus steuerlichen Gründen vorgenommene Abnahme wird nicht anerkannt (z. B. die Gewährleistungsfrist beginnt erst mit Abnahme des Gesamtwerks).

 

     Bei einer Steuersatzerhöhung muss die Teilleistung vor dem In-Kraft-Treten der Erhöhung abgenommen werden bzw. bei einer Werkleistung muss diese vorher vollendet oder beendet sein.

 

 

•    Gesonderte Vereinbarung: Aus dem Werkvertrag muss hervorgehen, dass für Teile der Gesamtleistung ein gesondertes Entgelt vereinbart wurde. Regelmäßig enthält der Werkvertrag ein Leistungsverzeichnis, das eine Leistungsbeschreibung, Mengen und Preise enthält.

 

     Nur wenn im Leistungsverzeichnis derartige Einzelpositionen enthalten sind, können Teilleistungen angenommen werden. Wird lediglich ein Festpreis für das Gesamtwerk vereinbart, scheiden Teilleistungen aus. Bei einer Umsatzsteuersatzerhöhung muss die Vereinbarung vor dem In-Kraft-Treten der Erhöhung erfolgen.

 

 

•    Gesonderte Abrechnung: Die Teilleistung muss durch eine entsprechende Rechnungslegung gesondert abgerechnet werden. Die Abrechnung muss dabei den vertraglichen Vereinbarungen entsprechen

 

 

•    Nachprüfbare Unterlagen: Bei der Beurteilung der Frage, ob Teilleistungen vorliegen, kann es sein, dass die Finanzverwaltung folgende Unterlagen einsehen will: Werkvertrag und Leistungsverzeichnis, Bauakte, Stundenlohnzettel der Arbeitnehmer, Besprechungsprotokolle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.

 

 

Anmerkung: Im Hinblick auf die ab 1.1.2007 anstehende Um­satz­steuerer­höhung sollten gerade in der Bauwirt­schaft Vorkehrungen getroffen werden, um vor dem Übergang zum höheren Steuersatz Teilleistungen abrechnen zu können.

 

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