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Steuerliche Folgen bei Kindern

7.1. Kindergeld und Kinderfreibetrag
Eine Trennung hat auch Einfluss auf das Kindergeld und die Kinderfreibeträge. Bei geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Eltern wird das volle Kindergeld an denjenigen Elternteil gezahlt, bei dem das Kind wohnt.

Der andere Elternteil hat einen Ausgleichsanspruch auf die Hälfte des Kindergelds, wobei sich seine Unterhaltsverpflichtungen insoweit verringern. Diese Kürzung erfolgt aber nur dann, wenn 135 % des „Unterhaltsregelsatzes“ geleistet werden. Eine Anrechnung des Kindergelds auf die Unterhaltsverpflichtung unterbleibt daher, wenn nicht der zivilrechtlich geschuldete Satz geleistet wird.

In der Steuererklärung erhält hingegen jeder die hälftigen Kinderfreibeträge, wobei dann jeweils 50 % des Kindergeldanspruchs mit den Kinderfreibeträgen gegengerechnet werden. Diese Regelung gilt auch, wenn dem Unterhaltszahler das Kindergeld wirtschaftlich nicht oder nicht in voller Höhe zugute kommt – also wenn das Kindergeld nicht auf die Unterhaltsverpflichtung angerechnet wird.

 

Hinweis:

Diese steuerliche Gegenrechnung mit den Kinderfreibeträgen ist wahrscheinlich nicht verfassungsgemäß, wenn bei einem getrennt lebenden Elternteil im Steuerbescheid Kinderfreibeträge gewährt werden und ihm von Seiten des Finanzamts automatisch die Hälfte des Kindergelds abgezogen wird, obwohl  ihm das Kindergeld nicht wirtschaftlich zugute kommt.

Empfehlung: Entsprechende Steuerbescheide sind bis zur Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht mittels Einspruch offen zu halten.

 

Getrennt lebende Eltern können Kinderfreibeträge auf Antrag auch übertragen. Das ist aber nur möglich, wenn ein Elternteil seine Unterhaltspflichten nicht erfüllt, wohl aber der Antragsteller. Er erhält dann die gesamten Kinderfreibeträge. Eine Übertragung der Kinderfreibeträge ist nicht möglich, wenn ein Elternteil seine Pflichten mangels eigenen Einkommens nicht erfüllen kann.

7.2. Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Seit 2004 gibt es einen Entlastungsbetrag von jährlich 1.308 €, sofern für die Eheleute die Voraussetzung für eine Zusammenveranlagung nicht mehr vorliegt. Trennt sich das Paar und nimmt ein Partner Sohn oder Tochter mit in seinen neuen eigenen Haushalt, kann dieser den Entlastungsbetrag beantragen. Allerdings müssen die Kinder auch dort gemeldet sein, und es muss ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag oder Kindergeld bestehen. Das gilt auch für volljährige Kinder, sofern sie sich noch in Ausbildung befinden.

 

Hinweis:

Dieser Elternteil darf nicht mit einer weiteren volljährigen Person zusammenwohnen – etwa dem neuen Lebensgefährten –, sonst entfällt der Entlastungsbetrag.

 

 

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