Sie befinden sich hier: Informationen / Scheidung / Kosten des Scheidungsverfahrens

Kosten des Scheidungsverfahrens

Die Kosten einer Ehescheidung sind steuerlich als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen. Dabei spielt keine Rolle, wer an der Trennung Schuld trägt oder die Scheidung eingereicht hat. Sofern vom Gericht entschieden wurde, dass ein Ehegatte die Scheidungskosten alleine trägt, kann er die Ausgaben vollständig als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Der Abzug hat allerdings einen Nachteil: Er ist nämlich nicht unbegrenzt möglich. Steuerzahler müssen je nach Einkommen und familiärer Lage einen bestimmten Betrag als zumutbare Eigenbelastung selbst tragen. Nur was da­rüber hinausgeht, wirkt sich steuermindernd aus. Dabei sind die Kosten jeweils in dem Jahr absetzbar, in dem sie gezahlt werden.

Vom Gerichtsbeschluss abweichende privat getroffene Vereinbarungen über eine Kostenerstattung oder Zahlung akzeptiert der Fiskus hingegen nicht.

Der absetzbare Aufwand geht weiter, als Sie vielleicht denken: Die folgenden Ausgaben erkennt das Finanzamt an:

- Prozess-, Gerichts- und Anwaltskosten

- Regelung von Unterhaltspflichten

- Einigung über das Sorgerecht und die Besuchsrechte für Kinder

- Aufwendungen für ein Mediationsverfahren

- Regelung des Versorgungsausgleichs

- Zuschüsse für Ex-Partner zum Aufbau deren beruflicher Existenz

 

Tipp:

Aufwendungen für Krankheit, Kur, Rezepte, Praxisgebühr oder zur Beseitigung von Schäden aus Hochwasser oder Brand gelten ebenfalls als außergewöhnliche Belastung. Auch wenn diese Beträge oft nicht die zumutbare Eigenbelastung übersteigen, sollte dies bei einer Scheidung anders sein. Denn sämtliche Kosten werden addiert und wirken sich daher in einer Summe aus. Daher sollten für dieses Jahr auch Kleinstbelege gesammelt werden.

 

Nicht als außergewöhnliche Belastung gelten Folgekosten einer Scheidung wie etwa Notar- und Grundbuchgebühren zum Umschreiben von Immobilien, Aufwendungen für neuen Hausrat, Detektivkosten für einen Unterhaltsprozess, Versorgungsausgleich an den Ex-Partner sowie ein trennungsbedingter Umzug.

 

Hinweis:

Aufgrund aktueller Rechtsprechung sind Kosten für die Aufhebung der Zugewinngemeinschaft sowie für ein Gutachten zur Wertermittlung des Vermögens nicht mehr absetzbar. Das gilt auch, wenn dieser Streitpunkt im Rahmen des gerichtlichen Scheidungsprozesses geklärt wird.

 


Eventuelle Änderungen, die nach Ausarbeitung dieses Informationsschreibens erfolgen, können erst in der nächsten Ausgabe berücksichtigt werden! Trotz gewissenhafter Bearbeitung aller Beiträge kann eine Haftung für deren Inhalt nicht übernommen werden.
Die Sozietät Einhausen stellt in diesen News verschiedenste Informationen zur Verfügung. Wir weisen Sie allerdings darauf hin, dass wir für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der hier angebotenen Informationen keine Gewähr übernehmen. Die von uns zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine individuelle Steuerberatung und sind nicht Gegenstand eines Beratungsvertrages.
Alle Rechte an diesen News und dessen Inhalt liegen bei den Urhebern. Nutzer dürfen einzelne Inhalte in keiner Form einzeln oder kombiniert ohne Zustimmung der Berechtigten gewerblich nutzen.