Auswirkungen des Zugewinnausgleichs

Die meisten Ehen bestehen im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Der seit der Hochzeit angesammelte Zugewinn wird im Falle einer Scheidung unter den Partnern ausgeglichen.

Dies beurteilt das Finanzamt zwar nicht als Schenkung und die Zahlung von Geld unterliegt auch nicht der Einkommensteuer, dennoch können sich gravierende Steuerfolgen ergeben, wenn der Ausgleich nicht in Geld, sondern z.B. durch Übertragung von Immobilien oder Firmenanteilen erfolgt. Dann kann

- ein Spekulationsgewinn entstehen,

- sich der betriebliche Gewinn erhöhen oder

- eine neue Bemessungsgrundlage für die AfA entstehen.

Diese Konsequenzen bedenken viele Paare nicht, weil sie eher mit der Wert-ermittlung beschäftigt sind. Doch steuerlich kann es besonders dann eine böse Überraschung geben, wenn der Zugewinn durch die Übergabe eines Hauses ausgeglichen wird, da das Finanzamt hier die AfA wieder rückgängig macht.

 

Beispiel:

Der Ehemann hat ein Miethaus 1999 für 500.000 € erworben. Bislang hat er das Gebäude auf einen Wert von 400.000 € abgeschrieben. Seine Ex-Frau erhält das Haus zum Ausgleich des Zugewinns in 2008, muss aber noch 50.000 € zuzahlen.

Das Finanzamt setzt einen Spekulationsgewinn von 150.000 € fest, denn Verkehrswert (500.000 €) und Zahlung (50.000 €) gelten als Verkaufserlös und werden mit dem Wert (400.000 €) verrechnet.

 

Diese Berechnung gilt auch im unternehmerischen Bereich. Gehörte die Immobilie zum Betriebsvermögen, ist die Entnahme ein steuerpflichtiger Gewinn. Da es hier keine Spekulationsfrist gibt, ist stets der Unterschied zwischen Verkehrs- und Buchwert zu erfassen – auch für die Gewerbesteuer.

Oftmals kann der Verpflichtete den Zugewinn gar nicht sofort zahlen und vereinbart eine verzinsliche Stundung. Die Zinsen kann er steuerlich nicht absetzen, der andere Partner muss die Zinsen aber als Kapitaleinnahmen versteuern. Dieses Problem lässt sich auch nicht mit unverzinslichen Raten umgehen. Hier teilt das Finanzamt die Zahlungen nämlich in einen Zins- und Tilgungsanteil auf.

Die Vermögensübergabe als Zugewinnausgleich stellt steuerrechtlich einen Verkauf dar, so dass der neue Besitzer vom angerechneten Wert Abschreibungen (AfA) berücksichtigen darf. Das gilt selbst dann, wenn der Ex-Partner das Gebäude vorher schon zum großen Teil abgeschrieben hatte.

 

Hinweis:

Die Annahme eines steuerpflichtigen Gewinns beschränkt sich nicht auf Immobilien. Werden dem Ex-Gatten etwa Wertpapiere übergeben, liegt ein Spekulationsgeschäft vor, wenn diese zuvor weniger als ein Jahr im Depot lagen. Dies gilt nur noch bis 2008. Ab 2009 wird die Einjahrsfrist aufgehoben und führt zu Einkünften aus Kapitalvermögen, welche dann der Agebltungssteuer unterliegen. Handelt es sich um einen GmbH-Anteil mit einer Beteiligung von zumindest 1 %, ist der Vorgang ohne Ansatz von Fristen zu versteuern.

 

Liegt der aktuelle Wert des übergebenen Vermögens über der Zugewinnausgleichsforderung, wird der Spitzenbetrag oft durch eine Verrechnung mit den laufenden Unterhaltszahlungen ausgeglichen. Dies kann dann als Sonderausgabe geltend gemacht werden, allerdings nur bis zu 13.805 € (vgl. 6.1.).

 

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