Die Jahresbescheinigung der Banken

Sämtliche Kreditinstitute sind verpflichtet, ihren Kunden für alle Depots und Konten eine Jahresbescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster auszustellen. Die Liste enthält sämtliche steuerpflichtigen Kapitaleinnahmen, Wertpapierverkäufe sowie Termingeschäfte.. Der Aufbau der Bescheinigung orientiert sich an den Steuerformularen KAP, SO und AUS, die Sie für Ihre private Geldanlage benötigen.

Erstmalig werden Wertpapierverkäufe erfasst. Das Finanzamt tappte bei Spekulationsgeschäften bislang eher im Dunkeln, so dass deren Besteuerung für die Jahre 1997/98 als verfassungswidrig angesehen wurde. Das vom BVerfG beanstandete Erhebungsdefizit dieser Geschäfte dürfte jedoch spätestens jetzt durch die lückenlose Erfassung behoben sein.

Die Bescheinigung soll nur steuerpflichtige Verkäufe, also solche innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist, ausweisen. Da die Banken aber noch EDV- Probleme haben, gewährt ihnen der Gesetzgeber eine Vereinfachung: Sie brauchen für 2004 nur die Verkaufsdaten zu melden.

 
Hinweis
Damit kommen auch Verkäufe außerhalb der Spekulationsfrist auf die Jahresbescheinigung. Das bringt einige Probleme mit sich:

-                 Sparer müssen die Anschaffungskosten und Erträge zu den gelisteten Verkäufen selbst ermitteln.

-                 Der Ablauf der Einjahresfrist und somit die Steuerfreiheit sind nachzuweisen. Daher sollten Sie sämtliche Kaufbelege aufbewahren.

-                 Wer die Abrechnungen aus 2003 oder früheren Jahren nicht gesammelt hat, wird Nachweisschwierigkeiten bekommen.

-                 Anleger, die in den Vorjahren keine Spekulationsgeschäfte deklariert haben, müssen sich fragen lassen, ob sie tatsächlich erstmals in 2004 an der Börse aktiv geworden sind.

 

Die Ausstellungspflicht der Banken besteht nur für private Erträge. Kapital- und Personengesellschaften sowie Inhaber betrieblicher Konten erhalten daher keine Auflistung. Die Bescheinigung darf nur entfallen, wenn die Einnahmen jährlich maximal 10 € betragen und kein Spekulationsgeschäft vorliegt. Die Zinsen und Dividenden werden summarisch nach den verschiedenen Anlageformen, Wertpapierverkäufe hingegen detailliert angegeben, wie z.B.:

 

-                 der Name jedes einzelnen Wertpapiers inkl. Kenn-Nummer,

-                 Datum des An- und Verkaufs (2004 nur Verkauf),

-                 Kauf- und Veräußerungspreis inkl. Transaktionskosten,

-                 das hieraus resultierende Plus oder Minus.

 

Das Finanzamt wird die Jahresbescheinigung künftig vermehrt als Beleg zur Steuererklärung anfordern, etwa um die Zinsen abzugleichen. Legen Sie die Bescheinigung dem Finanzamt vor, offenbaren Sie automatisch auch alle Wertpapierverkäufe und Termingeschäfte. Das gibt ein vollständiges Bild Ihrer inländischen Konten und Depots sowie Einnahmen und Transaktionen. Zwar müssen Sie die Bescheinigung nicht automatisch der Erklärung beilegen, kommen Sie der Vorlageaufforderung aber nicht nach, kann das Finanzamt sie bei der Bank anfordern oder andere Kontrollmechanismen einsetzen.

 

Hinweis
Mit Einführung der Abgeltungsteuer ab 2009 fällt die Jahresbescheinigung weg. 

 

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