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Warenbestandsbewertung

Warenbestandsbewertung

Nach der Bestandsaufnahme sind die Waren zu bewerten. Die Bewertung der Waren erfolgt grundsätzlich einzeln.

 

Anschaffungs- oder Herstellungskosten

Grundsätzlich sind angeschaffte Waren mit den Anschaffungskosten und selbsthergestellte Waren mit den Herstellungskosten anzusetzen.

Beispiel
Der Steuerpflichtige hat 50 Flaschen Wein erworben. Der Preis pro Flasche beträgt 10 €. Bis zum Bilanzstichtag hat sich der Wert für den Wein nicht verändert.

Lösung
Die Anschaffungskosten für den Wein beträgt 500 €. Mit diesem Wert sind sie in der Bilanz anzusetzen.

 

Teilwert

Im Zeitpunkt der Anschaffung der Waren ist davon auszugehen, dass der Teilwert den Anschaffungskosten entspricht. Der Teilwert ist dabei ein ausschließlich objektiver Wert, der von der Marktlage am Bilanzstichtag bestimmt wird.

Da der Teilwert nicht einfach festzustellen ist, werden zu seiner Bestimmung Vermutungen herangezogen:

In einem späteren Zeitpunkt entspricht der Teilwert den Wiederbeschaffungskosten. Wiederbeschaffungskosten sind hierbei die Kosten, die der Erwerber hätte, wenn er die Waren in gleicher Güte wie auch Beschaffenheit zum entsprechenden Zeitpunkt kaufen würde.

Beispiel
Der Steuerpflichtige hat Waren erworben, deren Anschaffungskosten 4.000 € betragen. Am Bilanzstichtag betragen die Wiederbeschaffungskosten nur noch 3.600 €.

Lösung
Die Waren sind mit den Wiederbeschaffungskosten in Höhe von 3.600 € anzusetzen.

Sind die Waren zum Absatz bestimmt, so hängt der Teilwert von seinem voraussichtlichen Veräußerungserlös ab.

Ist der Teilwert aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung niedriger als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, so ist dieser zwingend anzusetzen.

In diesem Fall ist eine so genannte Teilwertabschreibung (im Rahmen der Bestandsaufnahme) vorzunehmen. Für die Teilwertabschreibung hat dabei der Steuerpflichtige einen Nachweis zu erbringen. Gründe für eine solche Wertminderung können sich z.B. durch Lagerung oder durch die Änderung des modischen Geschmacks ergeben.

Darüber hinaus ist auch noch ein Wertaufholungsgebot zu beachten. Steigt der Teilwert zu einem späteren Bilanzstichtag, so ist der der gestiegene Teilwert zwingend anzusetzen.

 

Vereinfachungsmethoden bei der Bewertung

Allgemeines

Aus Vereinfachungsgründen kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Einzelbewertung abgewichen werden. Anwendung finden hier die Durchschnittsbewertung und verschiedene Verbrauchsfolgeverfahren.

 

Durchschnittsbewertung

Sind am Bilanzstichtag im Vorratsvermögen Wirtschaftsgüter enthalten, welche im Verkehr nach Maß, Zahl oder Gewicht bestimmt werden und bei denen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten wegen Schwankungen der Einstandspreise im Laufe des Wirtschaftsjahres im Einzelnen nicht mehr einwandfrei feststellbar sind, ist der Wert zu schätzen. Hierbei stellt die Durchschnittsbewertung ein entsprechendes Schätzungsverfahren dar. Bei diesem erfolgt die Bewertung nach dem gewogenen Mittel der im Laufe des Wirtschaftsjahres erworbenen und gegebenenfalls zu Beginn des Wirtschaftsjahrs vorhandenen Wirtschaftsgüter.

 

Verbrauchsfolgeverfahren

Lifo-Verfahren

Hierbei kann für den Wertansatz gleichartiger Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens unterstellt werden, das die zuletzt angeschafften bzw. hergestellten Waren zuerst veräußert worden sind (Last in first out).

Soll vom Lifo-Verfahren auf ein anderes Verfahren umgestellt werden, so ist dies nur mit Zustimmung des Finanzamts möglich.

Hinweis
Während handelsrechtlich verschiedene Verbrauchsfolgeverfahren in Betracht kommen, lässt das Steuerrecht nur das oben aufgeführte Lifo-Verfahren zu.

 

Andere Verbrauchsfolgeverfahren

Diese sind u. a.:

 

a) die Fifo-Methode (first in – first out)

Hier wird unterstellt, dass die zuerst angeschafften oder hergestellten Waren auch zuerst verbraucht bzw. verkauft wurden.

 

b) die Hifo-Methode (highest in – first out)

Bei der Anwendung der Hifo-Methode wird unterstellt, dass die Waren mit den höchsten Anschaffungskosten auch zuerst verbraucht bzw. verkauft wurden.

Handelsrechtlich werden diese neben der o.a. dargestellten Methode erlaubt.

 

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