Der Geschäftsführer als Angestellter der GmbH

Von Ihrer Organstellung als Geschäftsführer zu trennen ist Ihr Anstellungsverhältnis mit der Gesellschaft; vgl. Punkt 1. und 2. In aller Regel handelt es sich um einen Dienstvertrag. Das Organ- und das Anstellungsverhältnis sind zwei verschiedene Rechtsverhältnisse mit jeweils eigenen rechtlichen Konsequenzen. Ihre Anstellung als Geschäftsführer kann aber auch ausdrücklich an das Organverhältnis gekoppelt werden, d.h., Ihre Abberufung als Geschäftsführer bedeutet dann auch die Kündigung Ihres Anstellungsverhältnisses unter Einhaltung der gesetzlichen oder vertraglichen Kündigungsfristen.

 

Auf den Geschäftsführer finden wichtige arbeitsrechtliche Vorschriften keine Anwendung (wie z.B. allgemeiner Kündigungsschutz, Arbeitszeitregelungen, Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes, Zuständigkeit der Arbeitsgerichte). Sozialversicherungspflichtig sind Sie nur als Fremd- und Minderheitengeschäftsführer, wenn Sie weder über Ihre Kapitalbeteiligung maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausüben können (Beteiligung von unter 25 %) noch aufgrund Ihrer speziellen Sachkenntnis oder Befähigung.

 

Hinweis
Wenn Sie nach dem 1.1.2005 als Geschäftsführer berufen werden, erfolgt durch die Sozialversicherungsträger eine auch für das Arbeitslosengeld verbindliche Prüfung Ihres sozialversicherungsrechtlichen Status.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie auf Antrag auch als Minderheiten- und Fremdgeschäftsführer von der Sozialversicherung befreit werden. Von der Rechtsprechung sind dafür eine Vielzahl von Kriterien in einem Fragebogen entwickelt worden. Am besten füllen Sie den Fragebogen gemeinsam mit Ihrem Steuerberater aus, damit Sie keine Fehlinformationen erteilen. Bitte beachten Sie: Änderungen des Gesellschafterkreises oder Geschäftszweigs bedeuten evtl. auch eine Anpassung in der Sozialversicherung.

 

Das Anstellungsverhältnis sollte aus Beweisgründen immer schriftlich geregelt werden. Alle Vermögensvorteile, die Sie aufgrund Ihrer Gesellschafterstellung erhalten und die einem Vergleich mit Vertragsbedingungen für Fremdgeschäftsführer nicht standhalten, werden als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt. Das gilt insbesondere für eine nicht angemessene Entlohnung Ihrer Geschäftsführertätigkeit.

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