Sie befinden sich hier: Informationen / EU-Zinsrichtlinie / Quellensteuer

Abzug von Quellensteuer

Die drei restlichen EU- Staaten (Belgien, Luxemburg und Österreich) sowie die Drittstaaten dürfen auf Kontrollmeldungen verzichten und die Richtlinie durch einen anonymen Steuerabzug umsetzen. Der Satz liegt bei 15 %, steigt aber Mitte 2008 auf 20 % und Mitte 2011 auf 35 % an. Da die persönlichen Daten zwar wie bei den Kontrollmitteilungen erfasst, aber nicht weitergeleitet werden, fallen dort investierende Anleger steuerlich nicht auf, erhalten aber netto weniger auf dem Auslandskonto ausgezahlt.

Der einbehaltene Betrag darf auf die Steuerlast im Wohnsitzstaat angerechnet werden. Hierzu erhält der Anleger eine Steuergutschrift über die Quellensteuer. Der Anleger muss seine Kapitalerträge auch entsprechend in der Steuererklärung angibt. Die Variante Steuerabzug kann für die Länder ein lukratives Geschäft werden, da sie als Verwaltungsaufwand 25 % der einbehaltenen Beträge kassieren und nur den Rest an den Wohnsitzstaat weiterleiten. Dennoch wird der komplette Betrag angerechnet.

 

Beispiel

 

Ein Aachener erzielt in Brüssel 5.000 € Zinsen

Jahr der Zinszahlung

2005

2011

Bruttozinsertrag

       5.000,00

       5.000,00

abzüglich 15/35 % Quellensteuer

–        750,00

–     1.750,00

Auszahlungsbetrag

       4.250,00

       3.250,00

Belgien behält 25 % der Steuer

          187,50

          437,50

Belgien leitet weiter

          562,50

       1.312,50

zu versteuern in Deutschland

       5.000,00

       5.000,00

fällige Einkommensteuer (Satz 30 %)

       1.500,00

       1.500,00

abzüglich Quellensteuer

–        750,00

–     1.750,00

festgesetzte Einkommensteuer

          750,00

–        250,00

 

Anleger können den Steuerabzug jedoch vermeiden, indem sie sich für Kontrollmeldungen entscheiden. Hierfür erteilen sie der ausländischen Bank eine Vollmacht. Dann werden beispielsweise Erträge aus der Schweiz oder Luxemburg wie solche aus Dänemark oder den Niederlanden behandelt: Statt des Einbehalts von Quellensteuer gibt es dann Mitteilungen über die Grenze.

 

Hinweis
Die Übergangsregelung Quellensteuer dürfen die drei EU-Staaten nur befristet anwenden. Sie endet, wenn sämtliche in der Richtlinie aufgeführten Drittstaaten Auskünfte nach dem OECD-Musterabkommen erteilen – Voraussetzungen, die noch nicht einmal von der Schweiz erfüllt werden und auch nicht in Sicht sind. Denn hierzu muss die Schweiz ihr Bankgeheimnis lockern und ausländischen Finanzbehörden Auskünfte über Kapitalerträge erteilen.

Eventuelle Änderungen, die nach Ausarbeitung dieses Informationsschreibens erfolgen, können erst in der nächsten Ausgabe berücksichtigt werden! Trotz gewissenhafter Bearbeitung aller Beiträge kann eine Haftung für deren Inhalt nicht übernommen werden.
Die Sozietät Einhausen stellt in diesen News verschiedenste Informationen zur Verfügung. Wir weisen Sie allerdings darauf hin, dass wir für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der hier angebotenen Informationen keine Gewähr übernehmen. Die von uns zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine individuelle Steuerberatung und sind nicht Gegenstand eines Beratungsvertrages.
Alle Rechte an diesen News und dessen Inhalt liegen bei den Urhebern. Nutzer dürfen einzelne Inhalte in keiner Form einzeln oder kombiniert ohne Zustimmung der Berechtigten gewerblich nutzen.