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Der Hintergrund der neuen Maßnahmen

Schon seit rund 15 Jahren bemühen sich die europäischen Finanzminister intensiv um grenzüberschreitende Kontrollen der Kapitaleinkünfte. Im Juni 2000 hat man sich auf die EU-Zinsrichtlinie geeinigt, die nun rund fünf Jahre später in Kraft tritt und seit dem 01.07.2005 zu einem grenzüberschreitenden Informationsaustauschsystem führt. Ziel der einzelnen Maßnahmen ist es, die Zinsbesteuerung in der EU sicherzustellen und der bestehenden Kapitalflucht Einhalt zu gebieten. Hierzu mussten auch aus Anlegersicht wichtige Drittstaaten mitziehen, damit das Vorhaben auch effektiv gelingt. Daher resultiert auch die zeitliche Verzögerung vom Beschluss bis zur Einführung.

Neben allen 25 EU-Staaten gilt die Zinsrichtlinie auch in der Schweiz, auf den Kanalinseln, in Monaco und Liechtenstein. Hat ein EU-Bürger in einem anderen Land ein Konto, wird er automatisch von den neuen Maßnahmen erfasst.

 

Beispiel
Deutsche Anleger mit Depots in Luxemburg, Salzburg, Zürich oder Vaduz sind genauso betroffen wie Belgier oder Polen bei Banken in Berlin. Nicht erfasst wird hingegen der Norweger oder Schweizer mit Konten in der EU oder ein Deutscher, der seine Gelder in der Türkei oder Asien deponiert hat.

 

Durch die Richtlinie sollen jenseits der Grenze kassierte Zinserträge wirkungsvoll erfasst und effektiv im Wohnsitzstaat des Anlegers besteuert werden. Das gelingt, indem die Länder einen automatischen Informationsausgleich einführen. Vorerst machen nur 22 EU-Staaten mit, während die restlichen drei – Österreich, Luxemburg und Belgien – übergangsweise eine Quellensteuer für Anleger mit abweichendem Wohnsitzstaat erheben. Diesen Steuerabzug wenden auch alle beteiligten Drittstaaten wie etwa die Schweiz, Liechtenstein, Monaco oder Andorra an. Sie beugen sich damit der Übermacht der EU-Länder, ohne hierbei allerdings ihr Bankgeheimnis preiszugeben. Das Gleiche gilt für bekannte Steueroasen wie Jersey, Guernsey, die Jungferninseln oder die Antillen.

 

Hinweis
Hat ein Deutscher in einem der EU-Staaten mit Kontrollmiteilungen Gelder angelegt, erfährt sein Finanzamt von der Bankverbindung ab dem ersten Euro Zinsen. Wenn das Depot in einem anderen von der Richtlinie betroffenen Land liegt, wird auf seine Erträge lediglich eine anonyme Quellensteuer einbehalten.

 

Alle Kreditinstitute in den betroffenen Ländern müssen die Identität ihrer Kunden festhalten und nachforschen, ob deren Wohnsitz in der EU liegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Kontrollmitteilungen oder Quellensteuer Pflicht sind. Dazu gehören neben Namen und Anschrift auch eine Steuer-Identifika­tions­­nummer oder Geburtsdatum und -ort laut Pass oder Personalausweis. Da die erforderliche einheitliche Steuernummer bei Deutschen noch nicht vorliegt, begnügen sich die Banken mit dem Geburtsdatum. Steht auf Grund dieser Prüfung fest, dass der Kunde seinen Wohnsitz in einem anderen EU-Land hat, greift seit Juli 2005 die Zinsrichtlinie für seine Geldgeschäfte.

 

 

Hinweis
Betroffen von den Kontrollen sind nur natürliche Personen, also nicht die Konten einer GmbH, Stiftung, AG oder eines Trusts.

 

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