Sie befinden sich hier: Informationen / Arbeitszimmer / Häusliches

Vorliegen eines häuslichen Arbeitszimmers

Ein häusliches Arbeitszimmer ist ein zu einer Wohnung gehörender – aber vom übrigen Wohnbereich abgetrennter – Raum, der ausschließlich zu beruflichen oder betrieblichen Zwecken genutzt wird.

Unter „beruflichen“ oder „betrieblichen“ Zwecken werden hier Arbeiten verstanden, die im Zusammenhang mit steuerpflichtigen Einkünften aus Arbeitslohn, einer unternehmerischen Tätigkeit, aus Vermietung und Verpachtung oder beispielsweise aus Kapitaleinkünften entstehen.

Beim häuslichen Arbeitszimmer kann es sich auch um einen zur Wohnung gehörenden zusätzlichen Raum handeln. Das Arbeitszimmer muss räumlich zu der Wohnung gehören. Eine separate beruflich genutzte Einliegerwohnung stellt somit kein Arbeitszimmer im vorgenannten Sinne dar.

Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2007 wurde die steuerliche Abzugsfähigkeit des häuslichen Arbeitszimmers auf die Fälle beschränkt, in denen das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet. Damit ist die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer nur noch für Berufsgruppen, die typischerweise im „Home-Office“ arbeiten, wie Regionalvertreter des Außendienstes, Journalisten, Entwickler aus dem EDV-Bereich oder sonstige Arbeitnehmer, an Heimarbeitsplätzen denkbar.

Allerdings hat der Bundesfinanzhof ernsthafte Zweifel daran angemeldet, ob diese Gesetzesänderung verfassungskonform ist (vgl. BFH-Beschluss v. 25.08.2009, Az. VI B 69/09). Auch das Finanzgericht Münster (Urt. v. 08.05.2009, Az. 1 K 2872/08 E) sieht die Regelung als verfassungswidrig an und holt hierüber die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ein Az. BVerfG 2 Bvl 13/09). Da die Finanzämter angewiesen sind, hinsichtlich dieser Regelung Einkommensteuerbescheide vorläufig zu erlassen, muss kein Einspruch hiergegen eingelegt werden.

Auch nach der neuen Regelung bestehen noch drei Ausnahmetatbestände, die bisher durch die Gesetzesänderungen nicht erfasst wurden.

1. Arbeitnehmer vermieten ihr häusliches Arbeitszimmer an ihren Arbeitgeber und zur Durchführung ihrer im häuslichen Arbeitszimmer zu erledigenden Berufsausgaben. Der Arbeitgeber zahlt die Miete neben dem vertraglich geschuldeten Arbeitslohn. Der Mietvertrag wird steuerlich anerkannt, wenn dieser im vorrangigen Interesse des Arbeitgebers liegt (und nicht im vorrangigen Arbeitnehmerinteresse). Hierfür sind viele betriebliche Gründe denkbar, die es für das Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll machen, das Arbeitszimmer anzumieten. Der Arbeitnehmer kann den Mieteinnahmen dann sämtliche Kosten des Arbeitszimmers (anteilige Schuldzinsen bei Immobilieneigentum etc.) entgegenstellen.

2. Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen häuslichen Telearbeitsplatz zur Verfügung, können die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer ohne Einschränkungen steuerlich als Werbungskosten/Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

3. Wie bisher entfallen die Einschränkungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit des Arbeitszimmers, soweit es sich um ein „außerhäusliches“ Arbeitszimmer handelt. Dies ist der Fall, wenn das Arbeitszimmer nicht Bestandteil der häuslichen Wohnung ist, sondern sich als eigenständiger Raum auf einer anderen Etage eines Mehrfamilienhauses befindet oder in der Nachbarschaft fremd angemietet wird.

Beispiel
Im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses werden Räumlichkeiten, die nicht zur Privatwohnung gehören, als Arbeitszimmer genutzt.

Lösung
Es handelt sich hier um ein außerhäusliches Arbeitszimmer. Die dafür anfallenden Kosten können daher in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Etwas anderes kann dann gelten, wenn die Räumlichkeiten auf Grund der unmittelbaren räumlichen Nähe mit den privaten Wohnräumen als gemeinsame Wohneinheit verbunden sind.

 

 

Eventuelle Änderungen, die nach Ausarbeitung dieses Informationsschreibens erfolgen, können erst in der nächsten Ausgabe berücksichtigt werden! Trotz gewissenhafter Bearbeitung aller Beiträge kann eine Haftung für deren Inhalt nicht übernommen werden.
Die Sozietät Einhausen stellt in diesen News verschiedenste Informationen zur Verfügung. Wir weisen Sie allerdings darauf hin, dass wir für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der hier angebotenen Informationen keine Gewähr übernehmen. Die von uns zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine individuelle Steuerberatung und sind nicht Gegenstand eines Beratungsvertrages.
Alle Rechte an diesen News und dessen Inhalt liegen bei den Urhebern. Nutzer dürfen einzelne Inhalte in keiner Form einzeln oder kombiniert ohne Zustimmung der Berechtigten gewerblich nutzen.